Ein Tag ganz im Zeichen der Kinder und ihrer Rechte
- Veranstaltung anlässlich des Internationalen UN-Kinderrechtetages - Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen diskutieren in der Achsiedlung - Kinder spielen, singen, rappen und lassen Luftballone mit ihren Wünschen steigen
Über 100 Kinder eröffneten am 18. November zusammen mit Ulrich „Gaul“ Gabriel singend die von der VOGEWOSI und aqua mühle frastanz anlässlich des Internationalen UN-Kinderrechtetages initiierten Veranstaltung in der Bregenzer Achsiedlung. Die zahlreich erschienenen Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sozialem sowie der Kinder- und Jugendarbeit diskutierten über die Kinderrechte, ließen sich aber auch gerne von den jüngsten Gästen in den Schatten stellen. Im wahrsten Sinne des Wortes mit gutem Recht nahmen die Kinder den neuen Spielplatz in Beschlag und schickten bunte Ballons mit ihren Wünschen in die Lüfte. Eine Gruppe des Kindergartens an der Ach gab einen Rap zum Besten. Und gemeinsam mit Jugendlichen wurde eine unter dem Motto „Kinder brauchen geschützte Freiräume“ gestaltete Skulptur übergeben.
Seit 1989 wird am 20. November der Tag der Kinderrechte gefeiert. Dennoch besteht immer noch ein eklatanter Gegensatz zwischen Anspruch und Wirklichkeit – auch hierzulande. Mit der Initiative „Kinder in die Mitte – Miteinander der Generationen“ habe Vorarlberg die Bedürfnisse und das Wohl von Kindern und Familien in den Mittelpunkt seines Handelns gerückt, betont Landeshauptmann Herbert Sausgruber: „Dem Bereich Kinderschutz und Kinderrechte wird dabei ein hoher Stellenwert zuerkannt. Die gute Entwicklung in allen Landesteilen mit vielfältigen Aktionen und Angeboten zeigt, dass das Land dem ehrgeizigen Ziel, kinder- und familienfreundlichste Region zu werden, ein großes Stück näher gekommen ist.“ Das Wohlergehen der Kinder liege auch der Landeshauptstadt und Bürgermeister Markus Linhart persönlich am Herzen: „Nicht zuletzt deswegen bemühen wir uns in Bregenz sehr darum, unseren Kindern ein lebens- und liebenswertes Umfeld zu schaffen.“
Ort der Begegnung Ein solches Umfeld stellt etwa der neue, von Günter Weiskopf (Büro für Spielräume) erbaute Spielplatz in der Bregenzer Achsiedlung dar. Ein Spielplatz ist ein Ort der Begegnung, wo aber auch unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen: Kinder wollen spielen, Eltern erwarten sich, dass dies in einer sicheren Umgebung passiert. Zudem sind Spielplätze beliebte Treffpunkte von Jugendlichen. Das birgt unter Umständen Konfliktpotenzial, etwa weil sich Anwohner durch den Lärm gestört fühlen. „Wir legen sehr viel Wert auf familienfreundliches und generationenübergreifendes Bauen. Dazu gehören natürlich auch gut gebaute, sichere und gepflegte Spielplätze. Es ist nicht immer leicht, die Wünsche aller zu erfüllen, doch wir sind stetig darum bemüht, den größtmöglichen gemeinsamen Nenner zu finden“, erklärt VOGEWOSI-Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz.
Was Kinder wünschen und brauchen In den kommenden Tagen werden wohl noch mehr Wünsche gen Himmel steigen, bekommen doch alle Kinder, die in einer VOGEWOSI-Wohnung leben, Luftballons zugeschickt. „Eine schöne Geste“, so Günter Lampert, Aufsichtsratsvorsitzender der VOGEWOSI, der täglich dafür eintrete, „dass auch Kindern aus sozial schwächeren Schichten, mit migrantischem Hintergrund, Chancengleichheit in Schule und Ausbildung garantiert wird. Und dass das, was Kinder tatsächlich brauchen, Beachtung findet: nämlich Wärme, Zärtlichkeit, Geborgenheit, Respekt, Ehrfurcht und zwar vom ersten Tag an. Kinder brauchen Anerkennung als gleichberechtigte Partner und Rechte auf Freiräume in unserem täglichen Handeln.“ Auch für Thomas Vogel, Geschäftsführer aqua mühle frastanz, steht fest: „Alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft und Leistung sind gleich viel wert und haben ein Recht auf Wertschätzung. Bei den Kinderrechten geht es nicht um besondere Rechte. Es geht um die gleichen Rechte, die wir als Erwachsene selbstverständlich in Anspruch nehmen.“
Für die Rechte der Kinder einsetzen „Das ‚Wohl der Kinder’ muss für alle verbindlich sein. Wenn sich möglichst viele Menschen im Alltag, in den Familien, in der Schule, in der Politik für die Rechte der Kinder einsetzen, werden die einzelnen Bestimmungen Wirklichkeit“, ist Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch überzeugt. Rita Mittelberger, Leiterin Jugendtreff Westend in Bregenz, gehört schon seit vielen Jahren zu jenen Personen, die sich einsetzen: So werden etwa seit 1999 die Kinder der Achsiedlung jeden Freitag von anerkannten Künstlern im Rahmen von Workshops begleitet. „friday kitz meet art“ ist eine sinnvolle und kreative Freizeitbeschäftigung und wurde von Mittelberger ins Leben gerufen: „Kinder haben unter anderem ein Recht auf Freizeit, spielerische und kulturelle Aktivitäten. Für mich steht fest: Es ist nie zu früh, die Kunst zu leben!“
Eine Skulptur von Jugendlichen für Kinder Die drehbare aus fünf Quadern bestehende Figur, die nun auf dem Spielplatz in der Bregenzer Achsiedlung steht, entstand im Rahmen eines Projektes der Metallwerkstatt der aqua mühle frastanz. Die Skulptur symbolisiert vier Grundrechte von Kindern: Recht auf Spiel, Recht auf elterliche Fürsorge, Recht auf Gesundheit und Recht auf gewaltfreie Erziehung. Thomas Vogel: „Ich danke den Jugendlichen für ihre kreative Arbeit. Mein Dank gilt aber auch der VOGEWOSI, die es ermöglicht, das Werk auf diesem sehr schönen Spielplatz präsentieren zu dürfen. Bitten und gleichzeitig danken möchte ich allen Erwachsenen und Eltern für das Wahrnehmen und Ernstnehmen der Kinderrechte.“
Facts: 18. November – Kinderrechtetag in der Bregenzer Achsiedlung • Ein Tag im Zeichen der Kinder: Über 100 Kinder singen zusammen mit Ulrich „Gaul“ Gabriel Kinderlieder; eine Gruppe des Kindergartens an der Ach rappt; neuer Spielplatz von Günter Weiskopf (Büro für Spielräume) erbaut; Übergabe der Skulptur „Kinder brauchen geschützte Freiräume“ (gestaltet von Jugendlichen im Rahmen eines Projektes der Metallwerkstatt der aqua mühle frastanz); Kinder lassen Luftballons mit ihren Wünschen steigen • Gesprächsrunde zum Thema „Kinderrechte“ mit Markus Linhart, Bürgermeister Bregenz, Thomas Vogel, Geschäftsführer aqua mühle frastanz, Michael Rauch, Kinder- und Jugendanwalt, Rita Mittelberger, Jugendtreff Westend Bregenz • Grußworte von Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Michael Köhlmeier
Internationaler UN-Kinderrechtetag: Am 20. November 1989 wurden die Kinderrechte von den Vereinten Nationen beschlossen. 1992 hat Österreich diese anerkannt, dennoch wurden sie bis heute nicht in der Österreichischen Bundesverfassung verankert.
Impressionen vom Kinderrechtetag in der Bregenzer Achsiedlung




 (Bildnachweis: VOGEWOSI / Lisa Mathis)
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